Reaktionen auf Futtermittel – Hintergrundinformationen

 

Ist das Futter gesund, freut sich das Tier

Futterunverträglichkeit

Die Inhalts- und Nährstoffe vieler Futtermittel sind für Ihr Tier in der Regel unbedenklich. Allerdings können ganz individuelle Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Bestandteilen des Futters unerwünschte Reaktionen hervorrufen.

Dies gilt auch für hochwertigere Produkte und sogar für Futter, das Sie selbst zubereiten.

Häufige Symptome für Unverträglichkeiten

  • Hautirritationen und -erkrankungen
    Juckreiz, Entzündungen der äußeren Gehörgänge, Seborrhoe, Pyodermie, ...
  • Bewegungsapparat
    Arthritis, ...
  • Innere Organe
    Durchfall, Bauchschmerzen, Leberentzündungen, bis hin zu schwerwiegenden Darmerkrankungen
  • Diffuse Beschwerden
    wie chronische Müdigkeit und Gewichtsverlust

Die Nebenwirkungen können zunächst sehr leicht sein, so dass sie von Ihnen als Katzenhalter oft gar nicht oder erst nach einiger Zeit als solche erkannt werden. Andere führen sehr schnell zu schweren Störungen der Verdauung und können dem Tier das Leben zur Qual machen.

 

Futtermittelunverträglichkeiten

Typen von Unverträglichkeitsreaktion

Unter einer Futtermittelunverträglichkeit versteht man jede unerwünschte Reaktion nach dem Verzehr eines Futtermittels. Der Körper kann bestimmte Nahrungsbestandteile nicht verdauen und in den Stoffwechsel integrieren. Dabei reagiert er – ähnlich wie bei einer allergischen Reaktion, aber Dosis abhängig – mit Symptomen, die den gesamten Körper oder einzelne Organe betreffen können.

Allergie vs. Unverträglichkeit

Eine allergische Reaktion (Soforttyp) tritt innerhalb von Minuten ein, während eine verzögerte Überempfindlichkeit (Spättyp) auch erst nach mehreren Stunden oder Tagen auftreten kann. Da die verzögerte Empfindlichkeit erst zwei bis 72 Stunden nach dem Fressen auftritt, kann es unter Umständen schwierig sein, die Symptome mit den verzehrten Futtermitteln in Verbindung zu bringen.

Wenn der Darm krank ist, dann ist auch der Körper nicht gesund

Verzögerte Unverträglichkeiten oder Intoleranzen beginnen im Gastrointestinaltrakt, wenn die Darmschleimhaut durchlässig wird. Dieses Problem ist als "leaky gut syndrome" oder Darmdysbiose bekannt und bedeutet eine Erhöhung der Durchlässigkeit für teilweise verdaute Proteine, Makromoleküle, Mikromoleküle, Antigene und Toxine.

Der folgende Krankheitsprozess ist in der Regel chronisch oder intermittierend und betrifft häufig den Darm oder die Haut sowie inneren Organe wie die Leber. Mit einem „undichten Darm" können große Futtermittelantigene in den Körper aufgenommen werden. Die körpereigenen Abwehrsysteme greifen diese Antigene an und das Ergebnis ist die Produktion von Antikörpern gegen das, was eigentlich harmlose Futtermittelzutaten sind.

Leaky Gut Syndrom
 

Symptome

Unverträglichkeitsreaktionen variieren

Sie werden deshalb auch oft nicht als solche erkannt. Die häufigsten Beschwerden sind Juckreiz (Pruritus) und Entzündungen der äußeren Gehörgänge (Otitis externa). Sekundäre Hautkrankheiten wie verstärkter Talkfluss (Seborrhoe) und Pyodermie sind auch weit verbreitet. Eine Vielzahl weiterer Symptome, die auf eine Futtermittelunverträglichkeit hindeuten, sind Beschwerden im Verdauungstrakt, wie Durchfall, diffuse Bauchschmerzen, Übelkeit, Gewichtsverlust, und Verstopfung.

Außerdem können chronische Müdigkeit und eine Verzögerung in Wachstum und Reife Indikatoren sein.

Messbare Indikatoren

Diese Indikatoren können einen Hinweis auf Unverträglichkeit für bestimmte Futtermittel geben.

  • Eisenmangelanämie
  • Osteoporose
  • Neuropathien
  • Erhöhte Leberenzymwerte
  • Autoimmunerkrankungen der Haut, der Leber, der Gelenke, der Nieren, des Pankreas, des Darms und der Schilddrüse

Beispiel Gluten

Eine weit verbreitete immunologische Unverträglichkeit ist die Intoleranz auf glutenhaltige Futtermittel wie Weizen, Mais und Soja.

Eine immunologische Reaktion auf glutenhaltige Lebensmittel verursacht Atrophie der Darmzotten und Entzündungen des Dünndarms, was zu Durchfall und Gewichtsverlust führt, da Flüssigkeit, Elektrolyte und Nährstoffe nur unzureichend aufgenommen werden können.

Das häufigste Symptom ist chronischer Durchfall. Auf Grund mangelnder Erfahrungen wird die Futtermittelunverträglichkeit nur selten als Ursache diagnostiziert. Oft haben sich die Darmläsionen noch nicht voll entwickelt und können daher mit den bekannten Testmethoden – wie der endoskopischen Darmbiopsie oder Blut- bzw. Serum-Tests – noch nicht diagnostiziert werden.

Beim Irish Setter ist die gluteninduzierte Enteropathie sogar eine vererbbare Erkrankung.

Weizen Mais Soja
 

Nachweis einer Unverträglichkeit

Der Nachweis über Antikörper

Nutriscan Analyse

 

Antikörper im Speichel

Alle bisher bekannten Tests für Futtermittelunverträglichkeiten basieren in der Regel auf den Antikörpern der Gruppen IgG oder IgE, die im Blut nachgewiesen werden. Diese Tests sind zwar sehr empfindlich, aber unspezifisch. Zudem zeigen sie in erster Linie sofortige Reaktionen auf ein Lebensmittel an (z.B. eine echte allergische Reaktion).

Im Gegensatz zur Allergie, die IgE-vermittelt ist, erscheinen die IgG und IgA vermittelten Allergien und Unverträglichkeiten oft erst Tage später. Durch hohe Konzentrationen von Antikörpern der Gruppen IgG und IgA gegen verschiedene Lebensmittelantigene in Blutserum oder Plasma konnten bisher einige allergische Reaktionen erkärt werden. Eine Messung von IgG und IgA im Blut kann jedoch eine Reaktion auf viele Lebensmittelantigene übersehen.

Inzwischen konnte gezeigt werden, dass die Abscheidung von Antigenen im Darm zu einer Produktion von Antikörpern der Gruppe IgA in Körpersekreten, wie dem Speichel führt. Daher ist der Speichel hervorragend geeignet, um eine Immunantwort auf Bakterien, Lebensmittel oder andere Antigene zu zeigen, die im Verdauungstrakt vorliegen.